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Es war kalt, finster und windig, doch er war es gewöhnt.
Seit seiner Geburt lebt er nun hier, in Finnland.
Kannte nichts, außer seinem Dorf und die
umliegenden Wälder.
Immer schickte man ihn Holzhacken, schlachten oder
putzen.
Wenn er Zeit für sich hatte, was oft irgendwann mitten
in der Nacht war, schlich er sich aus seinem Elternhaus und
ging zum See.
Dort saß er, Stunde um Stunde auf dem Pier.
Ebenso in diesem Moment.
Es gab viele Geschichten über diesen See, aber das
schien im albern. Die Leute im Dorf erzählen, dass dort
viele ertrunken währen und nun auf neugierige Burschen
und Mädchen warten, die dort schwimmen gehen um sie
auf den Grund zu ziehen.
Bei dem Gedanken musste er grinsen, dann zog er seine
Stiefel aus und ließ die Füße ins Wasser baumeln.
Es war eiskalt, doch er genoss es.
"Irgendwann hau ich hier ab" dachte er, "Weg von diesen
Menschen, die einem so früh wie möglich Pflichten
aufdrücken wollen."
Er schaute hoch zum Mond, der voll leuchtete.
Dann schaute er gerade aus. Der See war groß,
bestimmt mehrere tausende Meter lang und breit.
Umrangen von Bäumen schien er wie eine große
Oase in der Wüste seiner Laune.
Die Mädchen in seinem Dorf mochten ihn nicht, er war
'zu anders', ebenso die Burschen, welche ihn immer
mit Dreck bewarfen.
"Was soll's..." dachte er. "Ob es jemanden gibt,
der mich liebt?"

Zu der zeit wusste er noch nicht, dass es einem
Mädchen genauso ging, wie ihm...

-----------

Es war mitten am Tag, die Nachbarskinder spielten
Verstecken und schrien laut herum: "Ich hab dich
gefunden!" und "Das ist unfair!".
Er schüttelte den Kopf, hob die Axt an und schlug zu.
Wiedermal war er am Holzhacken. Es ödete ihn so an,
aber er musste es tun, sonst müsste er frieren oder
wurde von seinen Eltern zur Schnecke gemacht. Nichts
tolerierten sie. Kein Instrument durfte er spielen, keine
Geschichten schreiben, sondern nur arbeiten.
Doch nachts am See tat er genau das, was er nicht durfte.
Im Kerzenschein schrieb er und im Dunkeln spielte er
munter auf seiner selbstgeschnitzten Ocarina.
"Bist du auch bald mal fertig? Hier im Haus ist es kalt!"
schrie sein Vater, der zur Tür rausguckte.
Es war ein Haus aus Ziegelsteinen gebaut, es sah
genauso aus, wie alle anderen im Dorf. Rote Ziegel,
zwei Stockwerke und mit einem Garten hinter dem
Haus, der in den Wald führte, wo er immer Holzhacken
musste.
"Ich bin gleich fertig!" sagte er. Kaum hat er den Satz
ausgesprochen, verschwand sein Vater wieder im Haus.
"Faules Arschloch!" dachte der Holzhackende Junge,
nahm etwas von dem Holz und brachte es ins Haus.

Der Tag verging schnell und bald saß er wieder am See,
in den er Steine warf. Dann dachte er sich:
"Wieso sollte ich noch hier bleiben?" Die Neugier stieg...
Er wollte wissen, was hinter dem See liegt...
Hinter den Bergen und weitüber hinaus.
So entschied er zurück zum Haus zu rennen.
Öffnete leise die Haustür, schlich die Treppen hoch und
kam in seinem Zimmer an, wo er seinen Rucksack packte
und Klamotten reinsteckte. Dann runter in die Küche um sich
Essen zu nehmen. Er beeilte sich. Sein Entschluss
war so spontan... Er wolle nicht kneifen, nicht diesesmal.
Seinen Eltern hinterließ er einen Brief;

"Hallo Mama, hallo Papa,
ich habe genug davon, immer fertig gemacht zu werden,
Tag für Tag zu arbeiten. Ich gehe jetzt, um die
Welt kennenzulernen. Vielleicht kreuzen sich unsere
Wege, doch ich glaube es nicht. Wünsche euch ein
friedlich' Dasein.

Euer Sohn."

Er platzierte den Brief an der Stelle, wo er immer
Holzhackte, hinter dem Haus. Dann lief er in den
Wald um die Welt zu erkunden.


In der Dunkelheit war es schwer etwas zu erkennen.
Ständig streiften Äste seine Arme, Beine und
klatschten ihm ins Gesicht.
Dann spürte er die ersten Tropfen, die ihn berührten.
"Regen... Willkommen in der Welt!" dachte er und zog
sich seine Kapuze über.
Es war still, nur die Schritte auf dem weichen
Waldboden hallten leicht wieder. Ihm war kalt und er
bekam Hunger, so packte er in seinen Rucksack und nahm
sich eine Stulle, die er während des gehen aß.
Wohin sollte es jetzt eigentlich gehen? Er wusste es nicht,
zog einfach nur nach Norden, am liebsten ans Meer,
dort wollte er immer hin. Allerdings lag die Küste, von
der er immer erzählt bekommen hatte nicht mehr in
Finnland, sie war in Norwegen.
Warum machte er sich Sorgen? Niemand konnte es ihm
verbieten in das andere Land zu ziehen und dort zu verweilen.
Er war freudig gestimmt, wurde aber schon nach einiger
Zeit müde. Doch der Regen ließ es nicht zu, einen
einigermaßen trockenes Lager zu errichten.
"Hoffentlich finde ich bald etwas, wo ich mich
unterstellen kann..." dachte er und zog seinen
Kompass aus der Tasche, welcher geradewegs nach
Norden zeigte - In die Richtung der Abenteuer.

Unter einem Felsvorsprung, den er entdeckt hatte
schlug er sein Lager auf. Eine Organgene Flamme vor ihm,
in der er mit einem verkorkstem Ast rumstach, machte er
sich etwas zu Essen und nippte immer wieder an seinem Met.
Der Honiggeschmack war stark und lecker.
Es war selbstgebrauter von seinem Vater.
Wenn der merken würde, dass er sich etwas stibitzt hatte,
würde es eine Tracht Prügel geben.
Aber es war im letztendlich egal, denn er würde sie
wohl nie wieder sehen.
Was nun? Er aß das Würstchen und dachte nach...
"Ob sie wohl gemerkt haben, dass ich weg bin?
Nein... Die schlafen wohl. Am besten ich mache das
jetzt auch!"
Er legte sich hin und schlief ein, um morgen weiter zu reisen.


Er wurde geweckt vom Zwitschern der Vogel.
Kurz blickte er um sich und wusste nicht wo er war,
dann kamen seine Erinnerungen wieder.
Er schaute auf seine Uhr, es war gerade mal kurz
nach neun. Zu hause hätte er zwar ausgeschlafen bis
um 13 Uhr, aber dafür hätte er den ganzen
Tag arbeiten müssen.
Er kniff die Augen zusammen und juckte den Schlaf heraus,
dann gähnte er herzlich. "Guten morgen Welt..." sagte er aus,
gewandt an niemanden.
Er zog seine Sachen an, packte alles weg und
kippte etwas Wasser auf die mittlerweile schwache Glut.
Es zischte kurz, dann qualmte es - Er zog von dannen,
weiter nach Norden.

Im Tageslicht schaute er sich im Wald um,
betrachtete die vielen verschiedenen Bäume und die Vögel,
die darin wohnten. Leichter Nebel durchstriffte den
Wald und ließ alles geisterhaft aussehen.
Dann kam es ihm langsam hoch, er fühlte sich alleine und
traurig.
Das war er zu hause zwar auch,
aber nun war er ganz alleine. Doch er gab nicht auf,
er wollte weiter! Er packte in seinen Rucksack um
etwas Met heraus zu holen, denn ihm wurde kalt.
Ein kräftiger Schluck, der Alkohol erwärmte sein
Inneres und linderte seine anbahnenden
Depressionen der Einsamkeit.
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